Music Production Software Übersicht
Welche Musiksoftware Du brauchst, hängt davon ab, was Du machen möchtest. Aufnehmen? Tracks komplett am Computer produzieren? Filmmusik komponieren? Live auftreten mit dem Computer?
Neben den teueren Varianten gibt es mittlerweile eine große Anzahl an Freeware oder kostengünstiger Shareware, mit der man erstmal anfangen kann, wenn man nicht soviel ausgeben mag. Man kann mit vielen dieser Programme problemlos eigene Songs machen. Der Unterschied zu den „renommierten” Programmen besteht darin, dass der Funktionsumfang geringer ist. Beispielsweise gibt es nur 4 oder 8 Spuren, die zum Aufnehmen und Arrangieren zur Verfügung stehen, Editiermöglichkeiten sind beschränkt, und die Handhabung ist teilweise etwas umständlicher. Dafür ist die Einarbeitungszeit geringer und man kommt schneller zum Erfolg. Mein Tipp: Ruhig mal einen Song mit einem Freeware-Programm machen. Dabei findet man dann heraus, was man an Features benötigt und kann dann sein Geld in die passende Software investieren.
Im Folgenden eine Übersicht der populärsten Audiosoftware. (Eine Übersicht über Free- und Shareware-Programme findest Du in einem separaten Tutorial):
Logic Pro und Steinberg Cubase
Am meisten vertreten in Tonstudios hierzulande sind Logic und Steinberg Cubase. Diese beiden Programme decken alles ab, was man eventuell einmal machen möchte, von der kompletten Plattenvorproduktion bis zur Filmvertonung. Das hat zum einen seinen Preis und zum anderen, erfordern diese Programme eine intensive Einarbeitungszeit, bis man damit zum Ziel kommt. Das lohnt sich - ist aber mit Sicherheit nicht jedermanns Sache.
Audio Logic läuft nur noch auf Mac, daher ist die „Alternative” für PC-User Steinberg Cubase (läuft auf PC und Mac) - oder sich einen schicken Mac Pro besorgen.
Meine Empfehlung: Für Neueinsteiger wenig geeignet. Für alle anderen mit Computeraffinität ein hervorragendes Production-Tool, insbesondere was den Mixdown betrifft. Meiner Meinung nach gibt es innovativere Programme zum Einspielen, Ausprobieren und Arrangieren. Aber jeder hat seine eigene Arbeitsweise - daher verschiedene Programme einmal ansehen und testen, ob sie zu einem passen!
(Logic Pro ca. 470,- Euro Vollversion)
Steinber Cubase ca. 800,- Euro Vollversion/ 400, Euro Studioversion/ Cubase Essentials ca. 150,- Euro
Ableton Live
Mittlerweile eine echte Konkurrenz für Logic und Cubase. Populär auch wegen seines innovativen Aufbaus: Ansehen und Loslegen. Es erklärt sich fasst von selbst. Das zweite große Plus ist die Möglichkeit, das Programm live einzusetzen. Es bietet eine Vielzahl an Controllermöglichkeiten, entweder als Solokünstler, oder aber auch mit einer Band auf der Bühne Musik zu machen, ohne dass alle von der Geschwindigkeit des Computers abhängen. Ein sehr durchdachtes Konzept - dass dieses Programm bei vielen DJs und Produzenten elektronischer Musik überaus beliebt gemacht hat.
Meine Empfehlung: Ich bin immer wieder fasziniert von den vielen Möglichkeiten, die Ableton Live bietet. Ganz hervorragend funktioniert es auch in Kombination mit Reason (Rewire), was die Variabilität der produktiven Möglichkeiten weiter erhöht. Ein professionelles Programm, das auf kreatives und intuitives Arbeiten ausgelegt ist - und auf Jahre hinaus nicht langweilig werden wird.
Gut geeignet auch für Neueinsteiger!
Propellerhead Reason
Das Programm fällt etwas aus der Reihe, weil es kein HD-Recording beinhaltet, man kann also keine Audiospuren direkt in Reason aufnehmen, fertige Audiofiles aber darin verarbeiten. Reason verfügt über eine große Sound- und Samplebibliothek, mit der sich schnell und variantenreich neue Tracks zusammen schrauben lassen. Auch die vielen Effektgeräte, die das Programm anbietet, machen Spaß.
Meine Empfehlung: Wer erstmal keine eigenen Vocals oder Instrumente aufnehmen will, ist mit Reason bestens bedient und kann auf hohem Niveau Songs produzieren. Der Sequencer ist im Verhältnis zu anderen Programmen etwas gewöhnungsbedürftig, die vielen Modulationsmöglichkeiten entschädigen das aber sofort. Und wer doch eigene Aufnahmen hinzufügen will, der kombiniert Reason via ReWire mit einem Harddiskrecording-Programm - funktioniert einwandfrei! Ebenfalls sehr gut für Neueinsteiger geeignet, geringer Einarbeitungszeit und viel Spaß beim Produzieren.
(Preis ca. 400,- Euro)
Cakewalk Sonar
Sonar ist ein Harddisk- und Midisequencer-Programm, das allerdings nur auf PC läuft. Es ist wesentlich kostengünstiger als die „Großen” Logic und Cubase, dafür aber auch nicht so umfangreich.
Meine Empfehlung: Eine kostengünstige Alternative zu Cubase, aber nur bedingt für Neueinsteiger geeignet, da auch hier einige Einarbeitungszeit von Nöten ist.
(Preis ca. 300,- Euro)
Digidesign ProTools
Ursprünglich als reines Audioprogramm konzipiert, integriert es mittlerweile Midi. Seine Stärken liegen jedoch in der Audiobearbeitung. Es ist Quasi-Standard in der Film-Postproduktion. ProTools unterstützt ausschließlich Hardware von Digidesign und Motu.
Meine Empfehlung: ProTools ist ein hervorragendes Programm für Audioaufnahmen und Audiobearbeitung - ist für Neueinsteiger aber überdimensioniert und meiner Erfahrung nach nicht überaus inspirierend, was die Produktion von Tracks angeht.
Preis: je nach Hardware ab ca. 800,- Euro, nach oben grenzenlos
Motu Digital Performer
Ist eine hervorragende Ergänzung zu ProTools und wird daher von vielen Produzenten, vor allem in den USA, damit kombiniert. Besitzt ausgefeilte Midi-Editiermöglichkeiten. Der Digital Performer ist besonders bei Filmkomponisten beliebt. Das Programm ist nur in Englisch erhältlich und läuft ausschließlich auf Mac.
Meine Empfehlung: Besitzt alles, was man braucht. Aufgrund seines intuitiven Aufbaus auch für Neueinsteiger einen Blick wert - sofern ein Mac vorhanden ist.
(Preis ca. 550,- Euro)
Dann gibt es noch eine ganze Reihe von „Spielprogrammen” wie Garage Band oder Image Line FL Studio (ehemals Fruity Loops), mit denen man zwar durchaus seine eigenen Songs produzieren kann, die aber relativ limitiert und auch klanglich nicht unbedingt repräsentativ sind. Zum Ausprobieren und Herumspielen bestens geeignet, doch wer ernsthaft Songs produzieren möchte, wird damit auf die Dauer nichts.
Letztendlich zählt aber nicht die Software, sondern die eigene Kreativität. Audiosoftware sollten nur ein Mittel sein, eigene Ideen umzusetzen und nicht umgekehrt. Have Fun!
