Musik am PC: Welches Equipment?
Musikcomputer oder Computermusik?
Musik machen mit dem Computer – ob die eigene Band aufnehmen, einen Remix machen, eigene Songs produzieren, eine CDs rausbringen – was vor einigen Jahren nur im Tonstudio möglich war, geht mittlerweile alles zuhause am Computer. Während früher “Home-recording” noch als amateurhaft und Lo-Fi galt, werden heute viele professionelle Musikproduktionen ausschließlich am Computer gemacht. Warum also nicht als Musiker die Chance nutzen, den eigenen Computer für seine Musik einzusetzen und die eigenen Musikproduktionen auf einen professionellen Standard zu bringen?
Was kann der Computer?
Bevor man sich nun ins nächste Musikfachgeschäft, in einen Internetversandhandel oder ähnliches stürzt, sollte man sich erstmal überlegen, was man mit seiner Musik erreichen möchte und wozu man den eigenen Computer einsetzen will. Denn davon hängt wesentlich ab, welche zusätzliche Ausstattung man noch benötigt. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, den Computer musikalisch einzusetzen:
- zum Aufnehmen von Gesang, Instrumenten, Bands, Geräuschen etc.
- zum Produzieren eigener Tracks bzw. Songs ausschließlich mit dem Computer
- zum Musik machen in Verbindung mit externen Midi-Instrumenten wie Keyboards, Drumcomputer etc.
- zum Mischen einzelner Spuren für eine Demo-CD oder eine Plattenveröffentlichung
- zum Mastern, d.h. zur Soundoptimierung für ein Wiedergabemedium, sprich CD oder Vinyl
- Filme/ Videos vertonen, Soundtracks produzieren
Meistens wird man den Computer für mehrere Möglichkeiten einsetzen wollen, was die Entscheidung, welches Equipment und welche Computerprogramme man braucht, nicht vereinfacht.
Tipp: Wenn du noch gar keine Erfahrung hast, mit dem PC Musik zu machen, mache erst einmal eine Liste mit allen Dingen, die du mit deinem Computer machen möchtest. Denn sonst verliert du schnell den Überblick, was du wirklich brauchst und gibst nachher unnötig Geld für Sachen aus, die du eigentlich nicht benötigt.
Welches Equipment ist lebenswichtig?
Kurzübersicht:
1) Die Zentrale - der Computer
Grundsätzlich gilt, je neuer der Computer, umso problemloser ist er zum Musik machen einzusetzen. Die Ausstattung des Computers hängt in erster Linie davon ab, was man eigentlich damit machen möchte, wieviel Arbeitsspeicher man braucht und wieviel Festplattenspeicher notwendig ist. In der Regel gilt: 512 RAM Arbeitsspeicher sollten schon vorhanden sein und eine 20 GB Festplatte sollte für den Anfang ausreichen.
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2) Der Datenspeicher: Firewire- oder USB-Festplatte?
Wenn dein Computer einen Firewire-Anschluss hat, schließe eine externe Firewire-Festplatte zum Speichern deiner Songs an. Die Übertragungsrate ist wesentlich schneller als mit USB.
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3) Wie kommt die Musik in den Computer bzw. wieder raus?
Über die Soundkarte bzw. das Audio-Interface – sie ist die Schnittstelle zwischen analoger und digitaler Welt. Je nach dem, ob du Musik abspielen oder auch aufnehmen möchtest, brauchst du verschiedene Audioein- und/oder Ausgänge.
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4) Lautsprecher
Auf alle Fälle erleichterst du dir das Arbeiten sehr, wenn du gute Lautsprecher zum Abhören hast. Je detailierter du hörst was du machst, desto besser natürlich auch dein musikalisches Ergebniss. Daher lohnt es sich wirklich, in sogenannte Nahfeldmonitore zu investieren, die neben dein Computer platziert werden und dir ein optimales Arbeiten ermöglichen.
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5) Einspiel-Hilfen
Um Musik ausschließlich im Computer zu produzieren, also eigene Drumgrooves, Samples oder Synthesizer-Melodien einzuspielen und zu arrangieren, brauchst du die Möglichkeiten, diese Sounderzeuger, PlugIns, Sampler etc. anzusteuern. Das geht über ein Midi-Keyboard, Triggerpads oder andere Trigger, die Einspielsignale in Midi-Information - da sind Steuersignale, also z.B. die Information, die an den Sounderzeuger weitergegeben wird wenn du eine Tast drückst, wann welcher Ton wielange gespielt werden soll - umwandeln.
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6) Fazit
Prinzipiell kann man leider nicht so einfach sagen, dies und jenes musst du haben, sondern es hängt ab, was du genau machen möchtest, wie viel du ausgeben kannst und ob du hauptsächlich zuhause oder im Übungsraum damit arbeiten wirst, oder aber auch damit auftritts.
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7) Wie geht es weiter?
Erstelle eine Liste, was du machen möchtest, welches Equipment du schon hast oder lade dir diese Checkliste_Equipment (pdf) herunter, die dir hilft eine Übersicht zu bekommen, was du wirklich benötigst. Mit deiner Liste gehst du dann in ein Musikfachgeschäft und lässt dich beraten. Anhand deiner Liste weiß auch der Verkäufer, was du wirklich suchst – und gerade wenn du dich mit dem ganzen Fachjargon noch nicht so auskennst – stellst du damit sicher, dass du richtig beraten wirst und dir nicht irgendetwas empfohlen wird, was deinen Vorstellungen nicht entspricht.
1) Die Zentrale
Als erstes natürlich einen Computer. Musikprogramme benötigen relativ viel Platz und daher gilt, je schneller die Prozessorleistung ist, also je neuer der Computer, desto besser. Wenn du damit live auftreten willst, brauchst du ein Laptop. Ob PC oder Mac ist ja bekanntlich eine Glaubensfrage. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Mac einfach problemloser läuft, die Installationen der Computerprogramme einfacher sind und auch die Lebensdauer länger ist, was meiner Meinung nach den höheren Anschaffungspreis rechtfertigt. Aber, wie gesagt, ich kenne auch PC-User, die mit ihrem Computer genauso glücklich zu sein scheinen, wie ich mit meinem Mac.
Als zweites ist der Arbeitsspeicher, RAM, wichtig. Je mehr du davon in deinem Computer hast, desto reibungsloser arbeitet er. Arbeitsspeicher kann man in der Regel nachrüsten.
Je nach dem, was du vorhast zu machen, benötigst du ein entsprechendes Computerprogramm. Es gibt da die teuren, professionellen Lösungen, wie Cubase und Audio Logic, die etwas günstigere Lösung von Ableton Live!, reine Produktionsprogramme wie Reason und Fruity Loops – oder einige kostengünstige bzw. kostenneutrale Share- und Freeware Programme. Ausführliche Informationen und Tipps findest du dazu im Tutorial “Die besten Musikprogramme – Welche Software kann was?”.
2) Der Datenspeicher
Dein Computer sollte eine möglichst große Festplatte besitzen. Eine Minute Musik auf einer Tonspur verbraucht 10 MB. Wenn du mehrere Instrumente, Vocals etc. gleichzeitig aufgenommen hast, addiert sich das pro Spur, so dass schnell größere Mengen zusammen kommen. Das ist heute eigentlich kein Problem mehr. Die aktuelle Computergeneration verfügt über ausreichend Festplattenspeicher. Um meine Songs zu speichern hänge ich sowieso immer eine externe Festplatte an den Computer. Festplatten sind mittlerweile relativ günstig geworden. Beim Festplattenkauf würde ich immer empfehlen, ein paar Euros mehr zu investieren und eine Firewire-Festplatte an den Computer zu hängen, weil die Übertragungsrate von der Firewire-Festplatte zum Computer wesentlich höher ist, als bei einer USB-Festplatte.
3) Wie kommt die Musik in den Computer bzw. wieder raus?
Über die Soundkarte bzw. das Audio-Interface – sie ist die Schnittstelle zwischen analoger und digitaler Welt. Wer nicht aufnehmen möchte, kann versuchen, mit der internen Soundkarte zu arbeiten. Viele interne Soundkarten sind jedoch schnell überfordert, wenn sie mehrere Spuren gleichzeitig abspielen sollen. Denn sie sind eigentlich nur dafür ausgelegt, eine herkömmliche CD abzuspielen oder für die Soundkulisse beim Computerspiel zu sorgen, doch wie gesagt, wenn man nun mehrere Instrumente, Vocals und Backing-Stimmen hat, die ja jeweils eine eigene Tonspur benötigen, zumindest virtuell in dem jeweiligen Computerprogramm, kommt es beim Abspielen oft zu Aussetzern und Knacksern, weil sich die Soundkarte überfordert fühlt.
Mein Tipp: entweder die interne Soundkarte gegen eine hochwertigere PCI-Karte auswechseln oder eine externes Audiointerface anschließen, entweder mit USB- oder mit Firewire-Anschluss. Auch hier gilt das gleiche, wie bei Festplatten: Firewire überträgt die Audiodaten schneller und auch bei größeren Mengen, sprich vielen Tonspuren, keine Verzögerungen oder Aussetzer. Sowohl PCI-Karten, als auch USB- und Firewire-Audio-Interfaces gibt es in jeder Preisklasse und mit vielfältigen Ausstattungen, die abgesehen von der Qualität der Bauteile, aus denen so ein Interface besteht, den Preis mitbestimmen.
Daher auch hier genau überlegen, wofür du den Computer einsetzen möchtest: Willst du Aufnahmen machen, brauchst du Audioeingäng, sogenannte Line-Ins, Inputs oder Instrument Ins. Die Audioeingänge sind entweder für Klinkenkabel, Cinch oder XLR, je nach dem, worfür du sie benötigst, sollten es die gleichen Kabel sein, die auch an deiner Gitarre, Keyboard oder Mikrofon sind. Wenn du deine Band aufnehmen willst, brauchst du mehrere Eingänge, damit alle gleichzeitig spielen können. Von Vorteil ist es, wenn dein Interface einen Gainregler hat, auch Trim genannt. Mit dem kannst du einstellen, wie hoch der Lautstärkepegel ist, den du in deinem Computerprogramm aufnehmen möchtest. Gerade beim Mikrofon ist das hilfreich.
Manche Audio-Interfaces haben noch Midi-Anschlüsse. Die benötigst du, wenn du externe Synthesizer oder Drumcomputer hast und die mit deinem Computer kombinieren willst. Oder sie haben einen Kopfhörerausgang und noch eine ganze Menge zusätzlicher Funktionen, die am Anfang wirklich nicht wichtig sind.
Wichtig ist auf jeden Fall die Übertragungsgeschwindigkeit der Daten, Latenz genannt. Die sollte möglichst niedrig sein, damit keine Verzögerungen hörbar werden (üblich sind Werte zwischen 32 bis 64 Samples). Ein Punkt ist noch der Ausgang bzw. Line-Out oder Stereo-Out, der an deine Stereoanlage bzw. deine Monitorboxen angeschlossen wird. Klinkenausgänge sind Standard, Cinch ist eher wacklig, und wirklich professionell ist XLR, das ist aber überdimensioniert, wenn du über eine normale Stereonanlage oder Computermonitore abhörst.
Qualitativ gute Marken sind M-Audio, Motu, Edirol und DigiDesign. Ich persönlich benutze eine Motu 828 Firewire-Audio-Interface sowie das Ozonic von M-Audio, ein Keyboard mit integriertem Audio-Interface.
4) Lautsprecher
Auf längere Sicht brauchst du auch Monitor-Boxen, genauer gesagt, Nahfeld-Monitore. Die sind dafür gebaut, dass du optimal hören kannst, auch wenn du direkt vor deinen Boxen sitzt. Im Gegensatz dazu sind die normalen Monitor-Boxen, wie du sie an deine Stereoanlage anschließt, so konzipiert, dass du ab einem bestimmten Abstand im Raum ein optimales Hörergebnis hast und alles gut hören wirst. Wenn du dich direkt vor deine Stereoboxen setzt, wird einiges an Sound an dir vorbeistrahlen und ist schwer zu orten.
Stell dir vor, du hast einen Kopfhörer auf, dann hast du manchmal das Gefühl, der Gitarrist steht leicht auf der linken Seite, die Background-Sänger sind rechts, das Schlagzeug hört sich an, als ob es in der Mitte steht. Das ist bei deinen Stereoboxen nicht mehr zu hören, wenn du davor sitzt, bei den Nahfeldmonitoren aber schon, weil, wie der Name es schon sagt, diese gerade wenn du in einem Abstand von 50 - 100 cm vor ihnen sitzt, sehr genau den Sound abbilden. Das ist dann wichtig, wenn du die einzlenen Spuren, die du mit dem Computer aufgenommen hast, zusammen auf eine Stereospur mischen möchtest, damit du sie auf CD brennen oder als mp3 wandeln und auf deinem iPod oder Handy hören kannst.
Hier hängt viel vom persönlichen Geschmack ab. Verbreitet sind Monitore von Genelec und Tannoy. Passive Lautsprecher benötigen noch einen Verstärke, aktive dagegen nicht. Bei mir im Studio stehen zur Zeit zwei V4 von KRK, mit denen ich sehr zufrieden bin, ein Paar LB F6H Monitore, sowie ein zugegebener maßen etwas überdimensionierter B12 A Subwoofer von LB.
5) Einspiel-Hilfen
Als letztes noch brauchst du vielleicht ein Midi-Keyboard. Wenn du am Computer komplette Songs einspielen willst und zusätzliche Synthesizer-, Drums-, oder Sampler-PlugIns – das sind kleine Unterprogramme, die in ein Musikprogramm integriert werden – verwendest, auch Software-Instruments genannt, brauchst du eine Tastatur, um die Töne oder Sounds und Sanples anzusteuern und einzuspielen.
Auch hier gibt es Angebote in allen Preisklassen. Prinzipiell reicht ein kleines Midi-Keyboard mit USB-Anschluss, 37 Tasten oder mehr und ein paar Controllern, wie Pitchwheel, frei belegbare Schieberegler und Knöpfe. Einige Midi-Keyboards besitzen ein integriertes Audio-Interface, sehr praktisch, da man sich dann ein externes erspart. Das ist vor allem empfehlenswert, wenn du beabsichtigst, live mit dem Computer aufzutreten.
Beliebte Marken sind M-Audio, Doepfer, Edirol und Emu. Wie gesagt, ich benutze das Ozonic von M-Audio, habe noch Edirol PCR. Alternativ, anstelle eines Keyboards, kann man auch sogenannte Triggerpads verwenden, gut geeignet für Drummer zum ansteuern und einspielen von Drumsounds und Grooves mit Sticks, - ähnliches gibt es auch für Gitarristen, so dass man über die Gitarre das Schlagzeug, oder aber Synthesizer usw. einspielen kann - aber auch für alle, die keine Tasten mögen. Beispiel dafür ist der M-Audio Trigger Finger oder Akai MPD 16.
Falls du Gesang und Sounds aufnehmen möchtest, brauchst du noch ein Mikrofon. Mit einem Sure SM 58 (S) kannst du nichts falsch machen – ein Klassiker, bezahlbar, und sehr vielseitig einzusetzen.
6) Fazit
Prinzipiell kann man leider nicht so einfach sagen, dies und jenes musst du haben, sondern es hängt ab, was du genau machen möchtest, wie viel du ausgeben kannst und ob du hauptsächlich zuhause oder im Übungsraum damit arbeiten wirst, oder aber auch damit auftritts. Dann ist natürlich auch Gewicht und gute Verarbeitung ein Kriterium. Meine Erfahrung ist, dass es sich lohnt, hochwertiges Equipment zu kaufen, weil es länger hält und besser klingt – die verwendete Qualität der Bauteile macht eben auch den Sound aus. Auf der anderen Seite, fange erstmal damit an, was du wirklich brauchst, du kannst ja nach und nach deine Ausstattung erweitern. Es gibt kein Gerät, was für die Ewigkeit gemacht ist und letztendlich kommt es auf deine Ideen an, Computer, Instrumente, Software und alles andere sind ja deine Spiel- und Produktionshilfen und nicht umgekehrt.
7) Wie geht es weiter?
Tipp:
1) Mache eine finale Liste bzw. benutze diese Checkliste_Equipment (pdf):
1. wozu möchtest du deinen Computer benutzen?
2. welches Gerät fehlt dir noch, z.B. Audio-Interface
3. was willst du damit machen: z.B. Gitarre und Gesang aufnehmen
Du kannst dir dazu die folgende Checkliste_Equipment (pdf) ausdrucken, die alles hier Erwähnte auflistet und anhand der du ausfüllen kannst, was du schon hast bzw. was du benötigen wirst.
2) Mit deiner Liste gehst du dann in ein Musikfachgeschäft und lässt dich beraten. Anhand deiner Liste weiß auch der Verkäufer, was du wirklich suchst – und gerade wenn du dich mit dem ganzen Fachjargon noch nicht so auskennst – stellst du damit sicher, dass du richtig beraten wirst und dir nicht irgendetwas empfohlen wird, was deinen Vorstellungen nicht entspricht. Ein gutes Fachgeschäft möchte, dass du wiederkommst, und wird sich deshalb bemühen, dich glücklich zu machen!
Demnächst gibt es auch noch ein Glossar, in dem alle Fachbegriffe verständlich erklärt werden – zum Mitreden sozusagen.
Soweit ein kleiner Ratgeber zum Anfang. Über Ergänzungen freue ich mich natürlich immer.

Saturday, 8. November 2008 16:57
Das wichtigste ist ohne Zweifel, sich im Klaren zu sein, was man genau vor hat, welche Musik (-stile) man produzieren will.
Denn erst daran kann man sich orientieren, was man tatsächlich benötigt. Wer einfach nur etwas elektronische Musik produzieren will, benötigt kaum mehr als ein Audio Interface, ein Programm und eine Abhöre - und natürlich - Talent